Saarbrücken im Einsatz für foodsharing und gegen Food Waste: Erfahren Sie hier mehr über das Engagement der Stadt

Saarbrücken rettet Lebensmittel

Saarbrücken rettet Lebensmittel

Menschen essen gemeinsam - Rawpixel.com, Shutterstock.com

Menschen essen gemeinsam - Rawpixel.com, Shutterstock.com

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Die Landeshauptstadt Saarbrücken engagiert sich gegen Lebensmittelverschwendung und für eine clevere Umverteilung von Lebensmitteln.

Sie möchte eine höhere Wertschätzung für Lebensmittel und einen nachhaltigen und bewussten Umgang fördern. Dazu setzt sie sich mit verschiedenen Kooperationen und Projekten dafür ein, dass weniger Lebensmittel in die Tonne wandern und so Klima, Umwelt, Mensch und Tier geschützt werden. Die nächsten gemeinsamen Projekte mit foodsharing sind:

  • Workshops für Kinder im Rahmen der Kultur- und Lesetreffs
  • Etablierung von Maßnahmen zum Lebensmittelretten in der Stadtverwaltung Saarbrücken.
  • Ein gut zugänglicher Fairteiler in einer städtischen Einrichtung.
  • Gemeinsame Medienkampagne 

Darüber hinaus will die Landeshauptstadt Saarbrücken sich mit Lebensmitteleinzelhandel und Gastronomie austauschen und gemeinsame Möglichkeiten erarbeiten, damit weniger Essen entsorgt wird. Ziel ist es, "die Menschen zu einem wirklichen Umdenken zu bewegen", sagt Oberbürgermeister Uwe Conradt.

 

Zahlen zur Lebensmittelverschwendung  

Lebensmittelverschwendung ist nicht nur eine moralische Frage, sondern ein gesellschaftliches Problem, das die Umwelt und das Klima stark belastet.

  • Im Saarland werden jährlich rund 223.000 Tonnen Lebensmittel verschwendet. Damit liegt das Saarland im bundesweiten Vergleich auf dem vorletzten Platz und weist die zweitgeringste Lebensmittelverschwendung auf (Stand: 2018).
  • Jede*r Deutsche wirft durchschnittlich Lebensmittel im Wert von 372,50 Euro pro Jahr weg.
  • Pro Person landen allein in Deutschland jährlich rund 75 kg Lebensmittel im Müll.
  • ca. 60 % der weggeworfenen Lebensmittel stammen aus Privathaushalten.
  • Über die Hälfte der in Privathaushalten entsorgten Lebensmittel wäre noch essbar.

Saarbrücker Initiativen und die Stadt als Lebensmittelretter

Es gibt in Saarbrücken viele aktive Menschen, Institutionen und Geschäfte, die gemeinsam dabei helfen, Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren. Dazu zählen foodsharing Saarbrücken mit den Fairteilern und die Tafel Saarbrücken.

Die Stadtverwaltung steht im engen Austausch mit ihnen und unterstützt sie in zahlreichen Projekten. Sie stellt den Ehrenamtlichen außerdem das städtische Lastenpedelec für die Lebensmittelrettung zur Verfügung.

Die Stadtverwaltung hat die "Lebensmittelverschwendung“ 2022 als Schwerpunkt im Wettbewerb KlimaKids aufgeriffen und eine Ausstellung in der Stadtbibliothek gezeigt, die sich dem Thema widmete.

Klimaschutz durch weniger Lebensmittelverschwendung

Weltweit hängen rund 30 Prozent aller Treibhausgasemissionen an der Produktion, dem Transport und dem Handel von Lebensmitteln. Ein Drittel der produzierten Lebensmittel werden nicht gegessen, sondern landen irgendwann in der Kette im Müll.

Wenn die Menschen das verhindern, vermeiden sie nicht nur bis zu zehn Prozent der globalen Treibhausgase, sondern können auch einen Beitrag zum Kampf gegen Hunger leisten und viele negative Umweltauswirkungen (Pestizide, chemische Düngemittel, Verkehr…) einfach vermeiden.

"Wir brauchen ein Umdenken, damit weniger Lebensmittel in die Tonne wandern." OB Uwe Conradt

Genug Gründe, sich auch in Saarbrücken diesem Thema zu stellen. Damit können die Bürgerinnen und Bürger zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele 2 (kein Hunger), 12 (nachhaltiger Konsum und Produktion), 13 (Klimaschutz), 14 (Leben unter Wasser) und 15 (Leben an Land) wichtige Beiträge leisten. Und die Lebensqualität in Saarbrücken und darüber hinaus steigern.

Stadtverwaltungen spielen bei der Reduzierung von Lebensmittelverschwendung eine sehr wichtige Rolle. Sie sind bürgernah, pflegen enge Beziehungen zur Zivilgesellschaft sowie lokalen Unternehmen und kennen die örtlichen Gegebenheiten. Durch ihren Einsatz für die Lebensmittelrettung tragen sie letzten Endes zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele auf lokaler Ebene bei.

5 Tipps zur Lebensmittelrettung

So macht's Christian Bersin, Leiter des städtischen Umweltamts

Saarbrücken rettet Lebensmittel

"Lebensmittelretter" Natascha Henry (Too Good to go), OB Uwe Conradt, Dr. Kirsten Brackertz (Foodsharing), Alexandra Moser (Tafel Saarbrücken) und Christian Bersin, Leiter des städtischen Amtes für Klima- und Umweltschutz - LHS

"Lebensmittelretter" Natascha Henry (Too Good to go), OB Uwe Conradt, Dr. Kirsten Brackertz (Foodsharing), Alexandra Moser (Tafel Saarbrücken) und Christian Bersin, Leiter des städtischen Amtes für Klima- und Umweltschutz - LHS

"Lebensmittelretter" Natascha Henry (Too Good to go), OB Uwe Conradt, Dr. Kirsten Brackertz (Foodsharing), Alexandra Moser (Tafel Saarbrücken) und Christian Bersin, Leiter des städtischen Amtes für Klima- und Umweltschutz - LHS

  1. Das „Mindesthaltbarkeitsdatum“ auf Verpackungen hat - außer bei Fleisch- und Fischprodukten - keine Aussagekraft zur Genießbarkeit. Deshalb lieber auf die eigene Nase vertrauen statt einfach wegzuwerfen!
  2. Lieber geringere Mengen und diese aber auf den lokalen Märkten kaufen, als bei Großverpackungen mit vermeintlich günstigen Preisen in Supermärkten zuzuschlagen, deren Inhalt dann später zum Teil in der Tonne landet. Weniger ist da mehr!
  3. Bio, regional, saisonal und fair gehandelte Produkte bevorzugt kaufen, das ist besser für die eigene Gesundheit, die Umwelt, die lokale Wirtschaft und die Lebensbedingungen der Produzenten im globalen Süden.
  4. Im Supermarkt keine einzelne Banane hinterlassen, diese wird aussortiert und weggeworfen! Deshalb besser sogar bevorzugt die Einzelbananen kaufen.
  5. Politischen Druck auf den Gesetzgeber, die Bunderegierung, ausüben, damit das Wegwerfen von noch genießbaren Lebensmitteln – egal ob beim Produzenten oder im Handel – verboten wird. Frankreich kann uns da als Vorbild dienen.

Was kann ich noch tun?

Auf Ebene von Initiativen/ Organisationen/Engagement:

  • An foodsharing teilnehmen
  • Ehrenamtlich bei den Tafeln helfen
  • Apps wie Too Good To Go installieren
  • Vereinsarbeit

Auf privater, alltäglicher Ebene:

  • Einkaufszettel schreiben
  • Nicht mit Heißhunger einkaufen gehen
  • Richtige Lebensmittellagerung lernen
  • Rezepte zur Resteverwertung lernen oder kreieren
  • Nach Obst und Gemüse mit leichten ästhetischen Mängeln greifen
  • Bewusst zwischen Menge des Inhaltes einer Packung und Preis pro Gramm abwägen – Bewusstes Einkaufen bezogen auf tatsächlichen Bedarf
  • Überschüssige Lebensmittel einfrieren
  • Unverpacktläden nutzen, da die gewünschte Menge an Produkt meist genau abgemessen werden kann
Bauernmarkt

Bauernmarkt - Jannik Secco/ CityMarketing

Bauernmarkt - Jannik Secco/ CityMarketing

Bauernmarkt - Jannik Secco/ CityMarketing

Märkte in Saarbrücken

Auch so schützen Sie das Klima: Lokal, regional und nur so viel kaufen, wie Sie brauchen - das kann man am besten auf Saarbrückens Wochenmärkten.